Wie ich bei der Zucht beschrieben habe, verwende ich zur gezielten Vermehrung bzw. Zucht das so genannte Keilbecken. (Auch als V-Becken bekannt.)

Es ist im Prinzip ein Aquarium mit einem eingeklebten Keil, daher der Name.

Der Keil endet in einem Spalt der den zu züchtenden Fischen angepasst wird, bei den Vietnamesischen Kardinalfischen sollte er nicht breiter wie 2 oder 3 mm sein.
So passen nur die geschlüpften Jungfische durch den Keil und die Elterntiere bleiben im anderen Abteil.

Wie funktioniert das ganze?

Das Prinzip ist einfach, wie auf dem Bild zu sehen haben wir auf der linken Seite des Aquariums das Abteil für die Babys, dort zeigt auch der Keil hin.
Auf dieser Seite ist auch der Filter in meinem Fall eine Art Hamburger Mattenfilter kurz HMF. Es kann auch ein Schaumstoffpatronenfilter, Tschechischer Luftheber oder ähnliches sein, wichtig ist nur, das die Leistung nicht zu hoch ist und das die winzigen Babys nicht eingesaugt werden können.

 

Keilbecken-Zeichnung

Der Filterauslass ist so angebracht, das er das Wasser was er im linken Abteil ansaugt, ins rechte Abteil befördert wo die Zuchttiere leben.
Damit das Wasser wieder zum Filter zurückkommt muss es den Spalt im Keil passieren, dort entsteht aufgrund des kleinen Spaltes eine Sogwirkung, jeder kleine Jungfisch in der Nähe des Spaltes wird rübergesaugt ins sichere Jungfischabteil.
Durch den Sog schaffen Sie es auch nicht mehr zurück. Zumindest konnte ich das noch nicht beobachten.

Da der Spalt so schmal ist, kann man sich vorstellen warum man nicht so eine starke Pumpe verwenden soll. Das Wasser würde bei zu viel Leistung über den Keil laufen und somit evtl. auch die Elterntiere.

Aber keine Sorge der Sog ist jetzt nicht so stark, wie manch einer denken mag, keiner der Elterntiere wird sich dort verfangen. Daher ist es auch sinnvoll das Laichsubstrat in den Keil bzw. in dessen Nähe zu machen. Würde man das Substrat in die gegenüberliegende Seite vom Keil packen, könnte der Weg bis zum Keil zu lang sein für die Kleinen.
Entweder werden Sie gefressen oder finden den Keil gar nicht. Da sie eher Standorttreu und über sowie unter Ihnen gerne Bewuchs haben, ist es am sinnvollsten das Laichsubstrat (Moos, feine Pflanzen etc.) in den Keilbereich zu packen. Auch ein paar Schwimmpflänzchen sind von Vorteil.

Wie baue ich mir nun so ein Keilbecken?

Das ist ganz einfach, ich habe es auch sehr einfach gemacht, um auch den ungeübten Handwerkern die Angst zu nehmen. Das Ergebnis ist optisch nicht so der Hit, aber es erfüllt seinen Zweck. (Natürlich geht es auch schöner, gerade was die Verklebung mit dem Silikon angeht, ich hatte aber gerade nichts zum glattstreichen des Silikons hier, also habe ich mit einem Stück Pappe die Nähte abgezogen, sieht nicht so super aus, aber funktioniert. 🙂

Was nimmt man für den Keil?
Hier geht Bastelglas aus dem Baumarkt oder man lässt sich Glasscheiben vom Glaser anpassen an das jeweilige Becken.
Wenn man es bei einen Aquarium mit einer Tiefe von 30 cm bauen möchte, dann habe ich einen tollen Tipp.Bei Ikea gibt es Glaseinlegeböden mit dem Namen: Lillängen die passen perfekt von der Höhe und Breite, kosten wenig und sind schon fertig geschliffen.
Sie haben zwar 4 kleine Löcher, aber die muss man nur mit dem Silikon zuschmieren, fertig ist das Glasproblem, nichts zuschneiden u.ä.

Das braucht man, bzw. habe ich das verwendet, könnt Ihr also genauso nachbauen.
Ein Aquarium 60 x 30 x 30 cm, 2 Glaseinlegeböden von Ikea ich glaube nicht mal 5 Eur (die habe ich schon ewig rumliegen), Aquariensilikon für 7,99 Eur bei Hornbach erworben ist von Sista und ist für Aquarienbau geeignet. (darauf bitte achten, normales Handwerkersilikon überleben die Tiere evtl. nicht) Eine Silikonspritze, etwas Klebeband und 12 normale Spielkarten (Skatkarten). (Die Spielkarten und das Klebeband habe ich nicht mit auf dem Gruppenfoto)

 

keilbecken-1

So sieht das ganze dann von oben aus, hier habe ich die beiden Glaseinlegeböden (Lillängen) hochkant im vorderen Drittel reingestellt und mit etwas Klebeband fixiert.
Wer es genau nachbauen möchte von der linken Aquarienscheibe bis zur Keilspitze sind es 16 cm.
Die angesprochenen Spielkarten sind in den späteren Keil geklemmt worden und ergeben dann die durchgängig genaue Breite von 2 mm. (jeweils 6 Karten pro Stapel)

keilbecken-2

So jetzt muss das ganze eigentlich nur noch mit dem Silikon verklebt werden, ist etwas fummelig in dem kleinen Becken, es geht aber und wie versprochen hier der Beweis, mit Silikon kann ich nicht wirklich umgehen 🙂
Nicht schön, erfüllt aber seinen Zweck. Da wo das Klebeband zu sehen ist (hier oben) habe ich nur von der freien Seite Silikon gespritzt, am nächsten Tag kann das Klebeband dann ab und man kann die andere Seite zumachen. Ach so, die Silikonnaht sieht so unschön aus, da ich jetzt zum Abziehen nichts da hatte. Habe einfach ein Stück Pappe genommen und damit das überschüssige Silikon abgezogen. Naja, man sieht es ja. Gut bei dem Aquarium war es auch egal, es ist eh alt und hat noch Silikonrückstände aus früheren Tagen.

keilbecken-3

Da die Glaseinlegeböden von Ikea Löcher haben, müssen diese natürlich auch mit Silikon geschlossen werden, ich habe auch gleich die Keilspitze mit einem klecks Silikon beglückt, muss nicht sein, fand ich aber stabiler.
Hier nun das fertig geklebte Becken, ich habe das Silikon 48 std. trocknen lassen und ordentlich ausgewischt und gespült.

keilbecken-4

Zum Schluss habe ich eine Filtermatte zwischen den Keil und der Aquarienecke geklemmt.
Die wohl einfachste Art eines Hamburger Mattenfilters. (auch als HMF bekannt) Hinter die Matte kommt ein Motor oder Luftbetriebener Filter.
Der Filterauslass wird so verlängert,, das er ins Haltungsbecken das Wasser abgibt. Ich hatte noch eine kleinen Innenfilter von Fluval hier rumliegen. Genauer ein Fluval 1 Plus.
Er ist etwas schwach auf der Brust, so das die 2er Version oder ein anderer Motorbetriebener Filter mit etwas mehr Leistung bestimmt besser wäre.
Es wird aber auch damit Funktionieren. Einfach den Filterauslass mit einem Schlauch verlängern, Fertig ist das Keilbecken.

hmf-filter im Keilbecken

Hier nun das Becken im Einsatz:

das-keilbecken-im-einsatz

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: andere Aquarienbewohner. andere Aquarienbewohner

Zurück