Ihr wollt euch ein Aquarium zulegen und überlegt nun welches man nehmen soll?
Mein Rat, wie auch der von vielen erfahrenen Aquarianern.
Gerade am Anfang wäre ein großes Aquarium (ab 100 Litern Inhalt)  die bessere Wahl.

Heutzutage sind die Nanoaquarien in Mode und der Klassiker als Einstiegsbecken ist immer noch das 60er Becken (60 x 30 x30 cm) .
Die Nanobecken finde ich zum Einstieg in sofern problematisch als das sie wesentlich empfindlicher sind als Aquarien mit mehr Wasservolumen. Aber schön sind sie zweifelsohne.

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60er Becken sind schon grenzwärtig, funktionieren aber meistens ganz gut, wenn man es nicht mit dem Fischbesatz übertreibt.

Und das ist vermutlich der Punkt bei den Empfehlungen zu größeren Aquarien.
Gerade als Anfänger kann man nie genug Fische im Becken haben, so hat man zumindest das Gefühl wenn man Anfänger berät.
Was ich ab und an schon mache, es spricht sich ja rum das der Lars und die Fische …

Erst kürzlich hat ein guter Freund von mir ein Aquarium in Betrieb genommen, so weit hat er alles richtig gemacht.
Obwohl er schon bei der Einfahrzeit ungeduldig wurde, ich konnte in aber von den Vorteilen überzeugen.
Beim Fischkauf hat er nicht auf meinen Rat gehört.
Er zog los und besorgte sich für sein 240 Liter Becken 10 Labidochromis Yellow (Malawiseebuntbarsche)
Dazu noch 4 Ancistrus Welse und 4 Schmerlen.
Bei der Menge hätte ich gesagt es reicht, vor allem, da die Barsche natürlich noch wachsen und sich vermehren.
Vor drei Tagen dann meldet er sich, ganz freudig, er wollte noch mehr Farbe im Becken haben und hat sich glatt noch sechs rote Kaiserbuntbarsche  (Aulonocara baenschi) dazu gekauft.
Auf die Frage warum er unbedingt gleich sechs Stück nehmen musste, bekam ich die Antwort, das er dadurch pro Fisch Rabatt bekommen hat.

16 Buntbarsche die jeweils um die 10 Zentimeter groß werden können, finde ich schon sehr viel für 240 Liter. Zumal die sich ja auch vermehren werden.
Das ist in einem kleinen  Becken nicht anders, ich habe einen bekannten der im Zooladen einige Jahre gearbeitet hat, der hat mir Dinge erzählt, man glaubt es nicht.
Auch kann man immer wieder in Foren von Haltern lesen die viel zu viele Fische in zu kleinen Aquarien halten. Oft findet man die gleichen Leute auch in Kategorien wo es um Probleme geht.
Solche Aquarien werden früher oder später auch Probleme bereiten, die Ursachen erkennen die Leute aber nicht und geben dann der Aquaristik als solches die Schuld.

 

Was passiert in einem Aquarium, warum sind größere Aquarien besser?

Ganz einfach ausgedrückt Fische, Garnelen und z.B. Schnecken machen ins Aquarium.
Durch übrig gebliebenes Futter, absterbenden Pflanzenresten wird das Wasser weiterhin belastet.

Aquarienpflanzen nehmen viele dieser Schad- bzw. belastenden Stoffe auf, auch wird ein Großteil vom Filter und den darin befindlichen Bakterien abgebaut. Im Aquarium selber befinden sich diese Bakterien natürlich auch.

Daher ist das Einfahren eines Aquariums auch so wichtig, damit die Bakterien genug Zeit bekommen sich zu vermehren und somit der aufkommenden Belastung entgegen treten zu können.

Gehen wir nun von folgendem Beispiel aus, ich habe ein 10 Liter Nano Becken und ein 300 Liter Becken.
In diesen Aquarien sind der jeweils passende Fischbesatz bzw. Garnelenbesatz (In ein Nanobecken gehören eigentlich keine Fische), es sind genügend Pflanzen vorhanden und auch sonst ist alles so wie es sein sollte, die Aquarien funktionieren einfach.

Würde ich jetzt als Beispiel in den Becken jeden Tag zuviel füttern, (da die Fische ja so hungrig aussehen) oder ich setze doch noch etwas mehr Fische ein, würde die Schadstoffbelastung stark ansteigen. Das Verhältnis würde wahrscheinlich ins negative kippen.
Das 10 Liter Wasser das auf längere Zeit weniger gut wegstecken als 300 Liter sollte einleuchten.

Für die, die es immer noch nicht ganz nachvollziehen können oder wollen: Stellt euch einfach vor, die Schadstoffe welche durch z.B. Ausscheidungen und Futterreste ins Aquarium gelangen wären Salz.
Nun gebt Ihr jeden Tag einen Löffel Salz in 10 Liter Wasser und in 300 Liter Wasser:
Bei den 300 Liter würde das Wasser nach 10 Tagen wohl etwas salzig schmecken, bei den 10 Litern würde nach 10 Tagen wohl kein Süßwasserfisch mehr leben können.
Das ist sicherlich etwas überspitzt dargestellt, soll aber auch nur verdeutlichen was gemeint ist.
Man muss also bei einem Nano bzw. kleinem Aquarium disziplinierter sein was den Besatz und die Pflege angeht, da sich alle Änderungen wesentlich schneller auf das Aquarium auswirken.
Große Aquarien verschmerzen solche Anfängerfehler einfach wesentlich leichter.
Daher gilt bei Aquarien der Spruch:   Mehr ist mehr !